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So viel dazu...

Schon fast ein Jahr ist es her, dass ich mir hier einen Blog eingerichtet habe und auch eigentlich regelmäßig schreiben wollte. Daraus ist scheinbar nichts geworden. Doch jetzt will ich es wirklich versuchen.

Dass die Geschichte mit meiner Ma vielleicht nicht das beste zum Einstieg war, ist mir selbst klar...nur scheint eben diese Sache der Dreh- und Angelpunkt für all mein Verhalten zu sein...das wird später noch deutlich werden.

Inzwischen bin ich 22. Und seit 4 Tagen offizielle Masterstudentin. Und auch endlich in der Uni, die in der Stadt liegt, in der ich wohne. Denn die letzten 3 Jahre musste ich jeden Tag anderthalb Stunden mit dem Zug zur Uni fahren und den gleichen Weg auch wieder zurück, weil mein Freund nicht bereit war, in die Stadt meiner Uni zu ziehen und ebenfalls dort zur Uni zu gehen. Und einer muss ja nachgeben. Also war ich das.
In 9 Tagen muss ich meine Bachelorarbeit abgeben. Und dann kann ich nur hoffen, dass ich diese auch bestehe. Denn wenn nicht, dann schmeißt mich die neue Uni wieder raus, ich muss zurück an die alte und die BA noch einmal schreiben. Das wär ein Horror.

Jetzt über Ostern ist mein Freund auf eine LAN-Party gefahren. Das machen er und ein paar Freunde schon ewig an Ostern, weil man da immer das lange Wochenende hat. Und da ich so gut wie keine Familie mehr habe, sitze ich also jedes Ostern alleine Zuhause. Ganz große Klasse. Natürlich könnte ich meinen Dad anrufen. Doch auf seine Freundin, die meint, ich hätte Borderline, hab ich ja mal so gar keine Lust. Und auf ihn ehrlich gesagt auch nicht. Und meine Schwester? Mit ihren 17 Jahren steckt sie voll in der Pubertät und scheint sich null für mich zu interessieren. Und ihr Dad - mein Exstiefdad - ...der hat mich quasi aus der Familie geworfen. Muss ich mich halt alleine durchschlagen.

2 Kommentare 5.4.15 01:05, kommentieren

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Der Anfang ist gemacht

Schon lange wollte ich mal einen eigenen Blog besitzen, weil ich irgendwie das Gefühl habe, mich anderen mitteilen zu müssen. Darüber reden zu müssen.

 

Ich bin 21 Jahre alt, Studentin und wohne mit meinem Freund zusammen.

 

In der letzten Zeit ist mein Leben ziemlich aus den Fugen geraten, was alles irgendwie vor 13 Jahren angefangen hat, als meine Mutter krank wurde.

 

2001 bekam sie die Diagnose: Brustkrebs. OP, Chemo und Bestrahlung folgten.

2004 wurde sie wieder krank. OP (inkl. Brustabnahme) und Bestrahlung folgten. Eine Chemo wollte sie nicht.

2007 das gleiche Spiel. OP und Bestrahlung.

2010 dann, zehn Tage vor meinem 18. Geburtstag, bekam sie erneut die Diagnose. Sie wurde ein paar Wochen später operiert, doch der Krebs hatte schon gestreut (zum ersten Mal in den Jahren). Es wurden in den Monaten danach immer mehr Tumore gefunden (in der Leber, am Brustbein, in den Lymphknoten). Sie wartete mit der Chemo bis nach meinem Abiball im Juni, damit sie mich noch dorthin begleiten konnte. Das war ihr sehr wichtig.

Danach ging es nur noch bergab. Ich musste sie alle drei Tage die 500m zum Hausarzt fahren, der ihr dann immer anderthalb Liter Wasser aus der Lunge holen musste. Durch die Chemo baute sie immer weiter ab. Mein Stiefvater musste arbeiten, meine Halbschwester ging zur Schule, und weil ich drei Monate zwischen Schulende und Unibeginn frei hatte, musste ich mich um sie kümmern. Jeden Tag in die MHH fahren, einkaufen, Haushalt, etc.

Als ob das alles nicht genug gewesen wäre, musste mein Freund (mit dem ich seit meinem 18. Geburtstag, also bald seit vier Jahren zusammen bin) sich freiwillig dazu entscheiden, zur Bundeswehr zu gehen. Während der Grundausbildung konnten wir uns nur am Wochenende sehen, was mich noch zusätzlich belastet hat.

Anfang Juli sagte ihr Hausarzt meinem Stiefdad im Vertrauen, dass sie nicht mehr lange zu leben habe. Eventuell noch ein paar Monate. Er erzählte mir dies, meiner kleinen Schwester (zu dem Zeitpunkt 13 Jahre alt) nicht. Meiner Ma durfte ich es laut ihm nicht erzählen, um ihr nicht die Hoffnung zu nehmen.

Im Oktober 2011 dann baute sie innerhalb von ein paar Tagen ganz rapide ab. Sie konnte drei Tage lang nichts bei sich behalten, wurde immer dünner, hatte keinen Appetit, war nur am Weinen, weil sie mit der Situation nicht klar kam. 

Nach einigen Spritzen und Infusionen ging es ihr übers Wochenende wieder besser. Am Montag hatte ich meinen ersten Tag in der Uni, am Dienstag Morgen ist sie gestorben. 12 Tage vor meinem Geburtstag. Im Alter von 50 Jahren.

 

Das reicht als Einstiegsgeschichte erstmal, Morgen werde ich weiter schreiben.

27.6.14 20:32, kommentieren